| Text — getippt in Word, Excel oder ein Formblatt | Trägt Werte, Toleranzen und Prüfpunkte besser als jedes andere Medium. Überall lesbar — ohne Gerät, Login oder Netz. | Benennt, statt zu zeigen: Räumliches muss der Leser sich vorstellen, Bewegung kommt gar nicht vor. Und Text wird missverstanden — in der eigenen Sprache gelegentlich, in einer Übersetzung öfter. Jede Sprache wird außerdem eine eigene Datei: Ändert sich ein Schritt, ändert er sich in jeder Datei von Hand. | ★★★★★ (5/5) — Schreiben, mehr nicht. Kein Dreh, keine Nachbearbeitung, keine Ausrüstung. | ★★☆☆☆ (2/5) — Wer neu ist, muss sich das Räumliche selbst zusammenreimen und kann nicht abgleichen, ob der Zustand vor ihm stimmt. Stark bleibt Text beim Nachschlagen von Werten und Toleranzen — die trägt kein Bild. |
| Bild + Text — Vorgang fotografieren, Bilder in Schritte einsortieren | Zeigt die Wirkstelle und lässt sie mit Pfeil oder Ausschnitt markieren. Hält den Soll-Zustand je Schritt fest. | Die Bewegung zwischen zwei Bildern fehlt. Das Fotografieren unterbricht die Arbeit — an jedem Schritt wird angehalten. Text im Bild ist maschinell nicht übersetzbar. | ★★★☆☆ (3/5) — Fotografieren und texten je Schritt, plus die Unterbrechung. Jede Konstruktionsänderung heißt: noch einmal an die Linie. | ★★★★☆ (4/5) — Bild und Text direkt nebeneinander, mit einem Pfeil auf die Stelle, um die es geht: die Kombination, für die es die meisten Belege gibt. In einer Montagestudie arbeiteten die Teilnehmer damit schneller und mit weniger Fehlern als mit den üblichen Anleitungen. Wer den Vorgang schon kennt, sieht auf einen Blick, ob der Zustand stimmt. |
| Durchgehendes Video — der Vorgang einmal abgefilmt, ungeschnitten | In Minuten gemacht und besser als nichts: Wer nie gesehen hat, wie der Vorgang läuft, sieht es hier. | Nicht in Schritte geteilt, nichts markiert, kein Text am Bild — also fehlt alles, was das Anlernen trägt. Schritt sieben lässt sich nicht aufschlagen, drucken lässt sich nichts. Und ein Hinweis, der im Vorbeilaufen gesagt wird, wird überhört oder übersprungen: Genau so werden Gefahren übersehen. | ★★★★☆ (4/5) — Aufnehmen und ablegen, sonst nichts. Nur der Dreh selbst kostet Zeit. | ★★☆☆☆ (2/5) — Zum einmal Ansehen brauchbar, zum Mitmachen am Platz nicht: Wer an Schritt vier hängt, spult. Ein Mitschnitt ist Rohmaterial, noch keine Anleitung. |
| Videoanleitung — geschnitten in Schritte, je Schritt Bild und Text | Menschliche Bewegung ist der einzige Inhaltstyp mit vorhergesagtem und im Labor bestätigtem Vorteil bewegter Darstellung (Wong u. a. 2009): Handgriff, Reihenfolge, Krafteinsatz. Die Aufnahme unterbricht die Arbeit nicht. | Das Video allein ist flüchtig — wer eine Zahl braucht, will lesen und nicht spulen. Gelöst ist das erst, wenn je Schritt ein Standbild und ein Text danebenstehen; dann trägt die Anleitung auch zum Nachschlagen. Was die Kamera nicht gesehen hat, steht trotzdem nicht darin: Maße und Toleranzen gehören in den Schritttext. | ★★☆☆☆ (2/5) — Das Aufnehmen ist der billigste Teil, die Nachbearbeitung der teuerste: schneiden, je Schritt ein Standbild wählen, markieren, Schritttexte schreiben. | ★★★★★ (5/5) — Für den ersten Durchgang bei Handarbeit die stärkste Form. Aus der Perspektive der ausführenden Person gefilmt, kommen zusätzlich weniger Fehler heraus — schneller wird dadurch niemand, das hat keine Studie gezeigt. Und wer den Vorgang beherrscht, wird von ausführlicher Führung eher gebremst; für ihn ist die Textfassung der kürzere Weg. |
| CAD-abgeleitet — Geometrie und Stückliste aus dem Konstruktionsmodell | Geometrie, Einbaulage, Explosionsdarstellung und Teilenummern, sprachneutral. Ändert sich das Modell, zieht die Darstellung nach. | Handgriff, Kraft und Reihenfolge stehen nicht im Modell — die reale Werkstatt auch nicht. Setzt ein vollständiges, gepflegtes Modell voraus. | ★★★☆☆ (3/5) — Explosionsdarstellungen und Teilelisten fallen weitgehend von selbst an. Die Montagereihenfolge dagegen kommt aus dem Modell, also vom Konstrukteur — und der hat die Baugruppe nie montiert. Was in der Halle davon abweicht, muss von Hand nachgetragen werden. | ★★☆☆☆ (2/5) — Zeigt, wo ein Teil hingehört, nicht wie es dort hinkommt. Stark für das Verstehen der Baugruppe, blind für den Handgriff. |
| 3D / AR — Anweisung am Arbeitsplatz einblenden oder projizieren | Die Information liegt am Ort der Handlung, kein Blickwechsel. Hohe Führungstiefe bei vielen Varianten an einem Platz. | Hardware, Einmessung und Roll-out je Arbeitsplatz. Bei Funk, Kosch und Schmidt 2016 war die Projektion das fehlerärmste, die Datenbrille das fehlerreichste von vier Medien. | ★☆☆☆☆ (1/5) — Der höchste Posten: Geometrie zum Ausrichten, Registrierung und Hardware je Platz kommen zur Schrittarbeit hinzu. Mit vollständigem CAD-Modell sinkt er deutlich. | ★★★☆☆ (3/5) — Fürs Anlernen gedacht und bei vielen Varianten an einem Platz plausibel. Zwei Dinge sprechen in der Praxis dagegen: Im einzigen Feldversuch montierten erfahrene Werker ohne Einblendung schneller (je drei Werker — zu wenig für eine belastbare Aussage). Und eine Brille legt man nicht eben weg, um kurz etwas nachzuschauen — für den schnellen Blick zwischendurch taugt sie nicht. |