Fachkräftemangel

Fachkräftemangel in der Produktion — Erfahrungswissen sichern, neue Kolleg:innen schneller einarbeiten

Rund 357.000 offene Stellen ließen sich im März 2026 rechnerisch nicht mit passend qualifizierten Arbeitslosen besetzen — das ist die Fachkräftelücke, die das IW Köln für sein Portal KOFA berechnet. Sie ist zuletzt gesunken, im Jahresdurchschnitt 2025 um knapp ein Viertel gegenüber dem Vorjahr. An der Lage in der Produktion ändert das wenig: Erfahrene Kolleg:innen verlassen die Linie Richtung Ruhestand, neue kommen aus anderen Branchen oder Sprachräumen — und brauchen jemanden, der jeden Handgriff vormacht. Genau diese Vormacher:innen sind selbst die knappste Ressource im Werk.

Die eigentliche Krise: das Wissen geht in Rente

13,3 Millionen Erwerbspersonen erreichen in den nächsten fünfzehn Jahren das gesetzliche Rentenalter — 30 Prozent aller Erwerbspersonen (Statistisches Bundesamt, Mikrozensus 2025, Pressemitteilung vom 23.06.2026). Und bereits 2035 wird rund jede vierte Person in Deutschland 67 Jahre oder älter sein (Statistisches Bundesamt, 16. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung, 11.12.2025). In der Produktion heißt das: Es gehen ganze Schicht-Generationen, die ihre Tätigkeit über Jahrzehnte verfeinert haben.

Das Problem daran ist nicht die Zahl, sondern die Art des Wissens, das mitgeht. Es steht nicht in Arbeitsanweisungen, nicht in Stücklisten und nicht in Schulungsunterlagen: das Drehmoment-Gefühl, die Reihenfolge bei Sondervarianten, die kleinen Korrekturen, die niemand mehr bewusst beschreibt, weil sie selbstverständlich erscheinen. Übergabegespräche und Schatten-Einarbeitung scheitern genau daran — dieses Wissen wird sichtbar, wenn es ausgeübt wird, nicht wenn es erklärt wird.

Internationale Belegschaften: Sprache als unsichtbare Produktivitätssteuer

Die deutsche Produktion ist längst international besetzt. 60 % der Beschäftigten in der Schweißtechnik und 32 % im Automobilbau haben einen Migrationshintergrund (Destatis, Mikrozensus 2024); im gesamtwirtschaftlichen Durchschnitt sind es 26 %. Eine deutsche Word-Datei "als Referenz an der Wand" produziert in dieser Realität Verzögerungen, Nacharbeit und im schlechtesten Fall Sicherheitsvorfälle.

Der Nutzen ist zuerst ein operativer: kürzere Einarbeitung, weniger Nacharbeit, weniger Situationen, in denen jemand einen Schritt anders versteht, als er gemeint war. Dazu kommt ein zweiter Punkt. Unterweisen muss der Arbeitgeber so, dass die Beschäftigten es verstehen — die Sprache, in der die Anleitung vorliegt, entscheidet mit darüber, ob ihm das gelingt. Die Unterweisung selbst bleibt seine Aufgabe; die Anleitung ist das Mittel, mit dem er sie führt und nachvollziehbar macht.

Was die Einarbeitung wirklich kostet

Die Kosten einer langen Einarbeitung stehen in keiner Kostenstelle, deshalb werden sie selten gerechnet. Sie fallen an zwei Stellen an. Die eine ist offensichtlich: Eine neue Kollegin bringt in den ersten Monaten weniger Leistung, als ihr Platz hergibt. Die andere fällt weniger auf und wiegt schwerer — jede Stunde, die ein erfahrener Kollege mit Erklären verbringt, fehlt an der Linie. Im Engpass blockiert die Einarbeitung damit ausgerechnet die Stunden, die am knappsten sind.

Erfahrungswissen am Punkt der Tätigkeit sichern

Implizites Wissen lässt sich nicht in retrospektiven Übergabe-Meetings einsammeln. Es entsteht — und verschwindet — am Punkt der Tätigkeit. Eine Aufnahme während des Vorgangs ist eine der wenigen Methoden, die das tatsächliche Tun dokumentiert: die kleinen Bewegungen, die niemand bewusst beschreiben würde, die Reihenfolge, in der erfahrene Werker:innen drei Schritte parallel führen, statt sie nacheinander abzuarbeiten.

Damit verschiebt sich der Anspruch an Wissensmanagement. Statt erfahrene Mitarbeitende zu Autor:innen für Word-Dokumente zu machen, die sie nie schreiben werden, geht es darum, sie als Fachleute zu belassen — und ihre Tätigkeit dort aufzunehmen, wo sie ohnehin stattfindet. Das Ziel ist nicht, Personen zu ersetzen, sondern sie zu entlasten und ihr Können dauerhaft im Betrieb zu sichern.

Wie aus Erfahrung eine Anleitung wird — der Ablauf bei Montavis

  1. Wissen aus dem Kopf holen

    Erfahrene Werker:innen filmen ihre Tätigkeit einmal mit den Kameras aus dem Starter Kit. Die Aufnahme dauert genauso lange wie der Vorgang selbst — kein Schreiben, keine Doku-Sitzung, keine Unterbrechung der Linie.

  2. Aus Aufnahme wird Anweisung

    Das Material geht als verschlüsselter Upload aus der App an Montavis. Zurück kommt eine fertige, mehrsprachige Schritt-für-Schritt-Anweisung — Personen im Bild können dabei unkenntlich gemacht werden, wahlweise nur das Gesicht oder vollständig.

  3. Neue Kolleg:innen starten direkt

    Quereinsteiger:innen folgen der Anweisung Schritt für Schritt am Tablet. Vom ersten Tag an arbeiten sie entlang des dokumentierten Standards. Fragen kommen jetzt zu schwierigen Stellen, nicht mehr zum Standardablauf — und genau dafür sind die erfahrenen Kolleg:innen ansprechbar.

  4. Wissen wächst mit

    Ändert sich ein Prozess, filmt der erfahrene Werker das Update; in der Plattform bearbeitet das Werk die Anweisung anschließend selbst. Sobald sie freigegeben ist, holen sich die Tablets den neuen Stand. Wissen bleibt damit nicht in einem Kopf, sondern im Betrieb — und übersteht jeden Schichtwechsel, jede Rente, jede Neueinstellung.

Wenn Sie überlegen, wie Sie das Erfahrungswissen Ihrer erfahrenen Kolleg:innen im Haus halten und neue Werker:innen schneller in den Standard bringen, sprechen wir gern über einen ersten Vorgang in Ihrem Werk. Sie bekommen das Starter Kit und eine Einweisung, wie damit aufgenommen wird — beim Filmen selbst steht niemand daneben, das ist der Punkt. Zurück kommt eine fertige, mehrsprachige Anweisung, und Sie sehen am eigenen Beispiel, was „einmal vormachen, beliebig oft nutzen“ konkret bedeutet.

Häufige Fragen

Antworten zum Fachkräftemangel und Wissenstransfer

Was Fertigungsunternehmen typischerweise zum Anlernen, Wissenstransfer und zur Einarbeitung neuer Mitarbeiter:innen fragen.

Helfen video-basierte Arbeitsanweisungen wirklich gegen den Fachkräftemangel?
Video-basierte Anleitungen lösen den Fachkräftemangel selbst nicht — aber die operativen Folgen, die ihn so teuer machen: längere Einarbeitung, verlorenes Erfahrungswissen, Verständigungsprobleme in gemischten Teams. Wo eine Anleitung am Tablet mitläuft, sind neue Kolleg:innen früher produktiv, und die erfahrenen Kräfte werden für die Stellen frei, an denen es wirklich auf sie ankommt.
Was passiert mit dem Wissen, wenn unser Vorarbeiter in Rente geht?
Genau dafür filmt man heute. Eine Aufnahme während des Vorgangs sichert das Erfahrungswissen dauerhaft im Unternehmen — übersetzbar, durchsuchbar, jederzeit aktualisierbar. Der Vorgang selbst bleibt die Quelle, nicht ein nachträgliches Erinnerungsprotokoll.
Funktioniert das auch mit Mitarbeiter:innen, die kaum Deutsch sprechen?
Ja. Die Schrittbeschreibungen liegen in 24 Sprachen vor, ohne Aufpreis je Sprache, und das Bild trägt einen Teil der Erklärung ohnehin sprachunabhängig. In der Praxis wählen viele zwei Sprachen gleichzeitig — die eigene und Deutsch —, sodass sich beim Lesen nebenbei auch die Fachsprache aufbaut und man bei Unklarheiten per Knopfdruck in die Muttersprache wechseln kann. Unterweisen muss der Arbeitgeber verständlich; welche Sprache dafür nötig ist, entscheidet sich am einzelnen Beschäftigten, nicht an seiner Herkunft.
Wie schnell sind neue Kolleg:innen einsatzbereit?
Statt mehrwöchiger Schatten-Einarbeitung können neue Kolleg:innen ab dem ersten Tag entlang der Anweisung arbeiten. Erfahrene Vormacher:innen werden für Sondervarianten und schwierige Stellen reserviert — nicht für den Standardablauf, der ohnehin dokumentiert ist.
Müssen erfahrene Werker:innen jetzt zusätzlich Doku schreiben?
Nein. Beim video-basierten Vorgehen führen sie die Tätigkeit einmal vor der Kamera aus — also genau das, was sie ohnehin können. Schreibarbeit, Layout, Übersetzung und das Unkenntlichmachen der Personen übernimmt beim Full-Service-Weg der Anbieter; für die Werker:innen fällt dann keine zusätzliche Dokumentationsarbeit an. Das Prinzip lautet: einmal vormachen, beliebig oft nutzen.
Wie unterscheidet sich das von einem Lernmanagementsystem oder E-Learning?
Ein Lernmanagementsystem — kurz LMS — ist für Schulungen ausgelegt: vor der Aufgabe, im Schulungsraum, getrennt vom Arbeitsplatz. Eine Arbeitsanweisung liegt am Arbeitsplatz und läuft Schritt für Schritt mit. Beides schließt sich nicht aus; sie beantworten nur verschiedene Fragen. Die Schulung sagt, warum etwas so gemacht wird — die Anleitung, wie es an diesem Platz geht, und zwar in dem Moment, in dem jemand danebensteht und es tun muss.
Werden bei den Aufnahmen die Mitarbeiter:innen erkennbar gefilmt?
Das entscheiden Sie. Zwei Stufen stehen zur Wahl: Beim Standard wird das Gesicht unkenntlich gemacht — Hände und Vorgang bleiben sichtbar, denn genau die sind der Inhalt der Anleitung. Verlangt Ihr Betriebsrat mehr, lässt sich die ganze Person unkenntlich machen; dann kann das Schrittbild je nach Qualität der Freistellung Einzelheiten der Handbewegung verdecken, und Schritttext, Werkzeug- und Teileliste tragen die Anleitung. Welche Stufe gilt, gehört in die Betriebsvereinbarung, nicht in die Nachbetrachtung.

Erfahrungswissen sichern, neue Kolleg:innen schneller einarbeiten — wollen wir einen ersten Vorgang in Ihrem Werk filmen?

Persönliche, zeitnahe Antwort. Kein Vertrieb-Funnel — Sie schreiben direkt an die Gründer.