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Häufige Fragen zu Montavis

Diese Seite bündelt die Fragen, die Fertigungsunternehmen typischerweise vor und während der Einführung einer videobasierten Arbeitsanweisungs-Plattform stellen. Die Antworten sind sachlich gehalten und nach Themen gegliedert. Wenn eine Frage offen bleibt, erreichen Sie uns direkt unter julian.hund@montavis.com.

Erstellung von Arbeitsanweisungen

Wie erstelle ich eine Arbeitsanweisung mit Montavis?
Der Vorgang wird einmal mit den beiden Kameras aus dem Montavis Starter Kit gefilmt — eine am Kopf, eine an der Brust. Das Material geht danach als verschlüsselter Upload aus der App an Montavis; zurück kommt die fertige, in Schritte gegliederte Anleitung. Leitprinzip: einmal vormachen, beliebig oft nutzen.
Wie lange dauert die Erstellung einer Anleitung?
Für Sie nur so lange wie die Montage selbst — gefilmt wird, während der Vorgang ohnehin läuft. Beim klassischen Weg kommt der eigentliche Aufwand danach: Ein Ingenieur oder Meister begleitet die Montage, fotografiert, schreibt das Ganze in Word oder PowerPoint zusammen, layoutet und lässt übersetzen. Genau diese Arbeit entfällt. Wie lange Montavis für die Aufbereitung braucht, hängt vom Vorgang ab — eine Dauer sagen wir deshalb nicht zu.
Muss man beim Filmen etwas beachten?
Wenig. Die beiden Kameras werden gemeinsam getragen: eine am Stirnband, die die Ansicht liefert, in der die Tätigkeit später nachgemacht wird, und eine am Brustgurt als Rückfallebene, wenn Kopf oder Werkzeug die entscheidende Stelle verdecken. Technisches Vorwissen braucht es nicht — wer den Vorgang ausführen kann, kann ihn filmen. Die eine Regel: arbeiten, nicht vorführen.
Was passiert, wenn beim Filmen ein Fehler passiert?
Der betroffene Schritt wird einfach wiederholt, bis die Aufnahme passt. Sollte später in der fertigen Anleitung doch ein Fehler auffallen, lassen sich einzelne Videoclips selbständig im Editor ersetzen — ohne neue Komplettaufnahme und ohne Montavis erneut einzubinden.

Compliance und Audit

Wie unterstützt Montavis ein Audit nach ISO 9001 Klausel 7.5?
Klausel 7.5 verlangt vom Unternehmen kontrollierte, identifizierbare und versionierte Dokumente. Montavis liefert pro Anleitung Titel, Version, Verantwortlichen, Freigabestatus und einen revisionssicheren Änderungsverlauf — also genau die Artefakte, die ein Auditor sehen will. Die ISO-9001-Zertifizierung selbst gilt Ihrem Qualitätsmanagementsystem, nicht der Software.
Was ändert sich mit der EU-Maschinenverordnung 2023/1230 — und wie hilft Montavis?
Ab dem 20. Januar 2027 dürfen Maschinenhersteller die Betriebsanleitung digital bereitstellen, allerdings nur unter fünf Bedingungen, die zugleich erfüllt sein müssen — darunter eine kostenlose Papierfassung binnen eines Monats auf Verlangen und mindestens zehn Jahre Verfügbarkeit der Inhalte. Montavis liefert die Artefakte dafür: eine dauerhafte Adresse je Anleitung, die ein QR-Code an der Maschine öffnet, ein PDF je Sprache und abrufbare Auslieferungsstände. Die Verantwortung für die Konformität trägt der Hersteller.
Ersetzt Montavis die Unterweisung nach DGUV Vorschrift 1?
Nein. Die Unterweisung ist eine Pflicht des Arbeitgebers und bleibt ein Termin mit einer weisungsbefugten Person, bei dem Rückfragen möglich sein müssen. Was Montavis dazu beiträgt, ist der Unterbau: die Anleitung, an der entlang unterwiesen wird, in der passenden Sprache — und die Nachvollziehbarkeit, welcher Stand wann freigegeben war und was sich seither geändert hat. Wer wann unterwiesen wurde, dokumentiert der Betrieb; Leistungsdaten je Person entstehen dabei nicht.
Worin unterscheidet sich eine Arbeitsanweisung von einer Betriebsanweisung — und brauchen wir beides?
Eine Arbeitsanweisung beantwortet „wie führe ich diesen Vorgang korrekt aus" und betrifft die Prozessqualität (typischerweise im Geltungsbereich der ISO 9001). Eine Betriebsanweisung beantwortet „wie arbeite ich sicher mit diesem Arbeitsmittel oder Gefahrstoff" (BetrSichV §12, GefStoffV §14). In den meisten Fertigungen brauchen Sie beides; Montavis ist für die Arbeitsanweisung gebaut.

Mehrsprachigkeit und internationale Belegschaften

Wie funktioniert das, wenn unsere Belegschaft mehrere Sprachen spricht?
Die Textbeschreibung je Schritt liegt in 24 Sprachen vor, ohne Aufpreis je Sprache. Ändern Sie die Anleitung später, aktualisieren sich alle Sprachfassungen mit — Sie pflegen nur eine Quelle. Verbreitet ist die Kombination aus zwei Sprachen: gelesen wird auf Deutsch, und wo etwas unklar bleibt, wechselt man per Knopfdruck in die eigene Sprache.
Hilft das bei der Anforderung „in verständlicher Sprache“ nach § 12 ArbSchG und § 14 GefStoffV?
An genau einer Stelle: Beide Vorschriften stellen darauf ab, dass die Beschäftigten verstehen, was sie tun sollen. Eine Anleitung in einer Sprache, die verstanden wird, ist der Weg dorthin. Ein Anspruch auf die Muttersprache folgt daraus allerdings nicht — TRGS 555 Nr. 3.1 Abs. 8 sagt das ausdrücklich —, und die Pflicht zur Unterweisung bleibt beim Arbeitgeber. Montavis macht den sprachlichen Teil davon praktikabel, mehr nicht.
Welche Sprachen sind enthalten, und was kostet eine weitere?
24 Sprachen, alle im Lieferumfang und ohne Aufpreis je Sprache — es gibt keine Basissprachen und keine Sprachen „auf Anfrage“. Eine Abgrenzung gehört dazu: Übersetzt wird die Anleitung. Die Bedienoberfläche der App gibt es in weniger Sprachen.

Wissen und Knowhow

Was passiert mit dem Wissen unseres Vorarbeiters, wenn er in Rente geht?
Genau dafür filmt man heute. Eine Aufnahme während des realen Vorgangs sichert das Erfahrungswissen dauerhaft im Unternehmen — übersetzbar, durchsuchbar, jederzeit aktualisierbar. Implizites Wissen, das sonst nur im Kopf einer Person steckt, wird so zum Anlagevermögen Ihres Betriebs.
Wie schnell sind neue Mitarbeitende mit videobasierten Anleitungen produktiv?
Eine gefilmte Durchführung zeigt Handgriff, Werkzeugführung und Reihenfolge im Originalkontext — das ist gerade bei Quereinsteigern und bei Verständigungsproblemen der kürzere Weg als eine textlastige PDF. Eine pauschale Zahl dazu wäre unseriös; belastbar wird der Effekt erst, wenn Sie vor dem ersten Vorgang festlegen, woran Sie ihn messen — Rückfragen je Schicht, Zeit bis zur ersten selbständigen Ausführung, wiederkehrende Fehlerbilder.

Hardware und Aufnahme

Wie werden die Kameras getragen — am Kopf oder an der Brust?
Beide gleichzeitig, und das ist kein Entweder-oder. Die Kopfkamera liefert die Ansicht, in der die Tätigkeit später nachgemacht wird; die Brustkamera ist die Rückfallebene, wenn Kopf, Hand oder Werkzeug die entscheidende Stelle verdecken, und je nach Montage schlicht das ruhigere Bild. Das Starter Kit enthält beide Kameras mit Stirnband und Brustgurt, dazu Beleuchtung, ein Ersatz-Stirnband und ein Reinigungsset — damit mehrere Personen dieselbe Ausrüstung hygienisch tragen können.
Sind Personen im Video erkennbar?
Das entscheiden Sie, und es gibt zwei Stufen. Standard ist die Gesichtsanonymisierung: Gesichter werden unkenntlich, Hände und Vorgang bleiben sichtbar — genau die sind ja der Inhalt der Anleitung. Verlangt Ihr Betriebsrat mehr, lässt sich die ganze Person unkenntlich machen; dann kann das Schrittbild je nach Qualität der Freistellung Einzelheiten der Handbewegung verdecken, und Schritttext, Werkzeug- und Teileliste tragen die Anleitung. Welche Stufe gilt, gehört in die Betriebsvereinbarung. Der Ton wird in jedem Fall beim Hochladen entfernt.
Brauche ich technisches Wissen, um zu filmen?
Nein. Wer den Vorgang durchführen kann, kann ihn auch filmen. Es ist keine Software-Schulung und keine Dokumentationskompetenz nötig — Kamera aufsetzen, einschalten, arbeiten wie gewohnt.

Betrieb in der Halle

Funktionieren die Arbeitsanweisungen ohne Netz?
Ja, vollständig. Die Anleitung liegt in der App auf dem Gerät, nicht auf einer Seite, die im Moment des Bedarfs erreichbar sein muss — für Hallen mit eingeschränktem Netz ist das der entscheidende Unterschied. Sobald wieder Verbindung besteht, holt sich das Gerät den freigegebenen Stand.
Was, wenn unsere Halle kein durchgängiges WLAN hat?
Dann ändert sich nichts an der Nutzung. Netz brauchen Sie nur, wenn neue oder geänderte Anleitungen auf das Gerät sollen; dazwischen arbeitet das Tablet eigenständig. Sinnvoll ist es deshalb, wenigstens eine Zone mit Empfang zu haben — etwa den Ort, an dem die Geräte über Nacht laden.
Auf welchen Geräten läuft die Anleitung?
Auf Tablets, Smartphones und Werkstatt-PCs, über die Montavis-App. Spezielle Hardware braucht es nicht. Für Anleitungen, die Sie veröffentlichen — etwa für Endkunden oder auf einer Produktseite —, kommt ein zweiter Weg hinzu: Die lassen sich als Einbettung in bestehende Intranets, Wikis oder MES-Oberflächen einhängen und brauchen beim Lesenden weder App noch Zugang.

Datenübergabe und IT

Wie kommt das Video sicher zu Montavis?
Als verschlüsselter Upload aus der App — das ist der einzige Weg, und er ist bewusst schmal gehalten. Das Rohmaterial verlässt dabei nicht die EU; verarbeitet wird ausschließlich in eigener Infrastruktur, nicht in einer öffentlichen Cloud. Der Ton wird beim Hochladen entfernt, und Personen im Bild können unkenntlich gemacht werden, wahlweise nur im Gesicht oder vollständig.
Wo werden unsere Daten verarbeitet?
In eigener Infrastruktur von Montavis, innerhalb der EU, nicht in einer öffentlichen Cloud und nicht bei einem Anbieter aus einem anderen Rechtsraum. Einen Server bei Ihnen im Haus gibt es nicht — das war einmal vorgesehen und ist bewusst abgeschafft worden, weil ein Server, den niemand pflegt, das schlechtere Datenschutzversprechen ist. Ein Auftragsverarbeitungsvertrag nach Art. 28 DSGVO gehört zum Vertrag.
Welche Daten werden gespeichert?
Die Anleitung selbst — und Rückmeldungen dazu, wenn jemand meldet, dass ein Schritt in der Halle anders läuft als beschrieben. Wie oft eine Anleitung aufgerufen wird, werten wir nur bei öffentlich geteilten Anleitungen aus, anonym und ohne Bezug zu einer Person. Eine Auswertung, wie lange jemand an einem Schritt gebraucht oder wo er abgebrochen hat, gibt es nicht: Sie wäre zur Leistungskontrolle geeignet und damit mitbestimmungspflichtig — und sie würde dem Argument widersprechen, mit dem wir antreten.

Varianten, Updates und Wiederverwendung

Muss ich für mehrere Varianten jede Anleitung separat erstellen?
Nein. Sie können mehrere Varianten einer Anleitung anlegen; identische Schritte werden wiederverwendet — ohne Zusatzkosten und ohne erneute Aufnahme. Nur die abweichenden Schritte werden ergänzt.
Wie aktualisiere ich eine Anleitung — kann die Schrittreihenfolge nachträglich geändert werden?
Ja, eigenständig im Montavis Editor. Einzelne Schritte lassen sich neu aufnehmen, ergänzen oder umsortieren — ohne die ganze Anleitung neu zu erstellen und ohne Montavis einzubinden. Jede Änderung wird revisionssicher dokumentiert; ältere Versionen bleiben für QM-Audits jederzeit abrufbar.
Wer im Unternehmen darf was?
Der Zugriff läuft über Rollen, nicht über Einzelrechte je Person: Inhaber und Administratoren verwalten die Organisation, Mitarbeitende arbeiten an den Anleitungen. Je Anleitung sind zusätzlich ein Verantwortlicher und ein Stellvertreter hinterlegt — nur diese beiden geben eine Version frei. In der Plattform sehen Sie je Anleitung den Verantwortlichen, den Freigabestand und den vollständigen Änderungsverlauf. Damit ist nachvollziehbar, wer wann welche Version freigegeben hat.
Und wenn wir 500 Anleitungen brauchen?
Dann bleibt der Teil, der bei Ihnen anfällt, klein: Das Starter Kit steht im Haus, gefilmt wird während der Montage, die ohnehin stattfindet — je Anleitung kommt keine zusätzliche Schicht dazu. Mehrere Standorte können parallel aufnehmen, spätere Änderungen machen Sie selbst im Editor. Ehrlich dazugesagt: Die Kosten wachsen mit der Zahl der Schritte, nicht mit der Zahl der Arbeitsplätze — genau das ist die Zahl, mit der sich ein Ausbau über die erste Linie hinaus durchrechnen lässt.

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